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Briefaustauschprojekt mit Ghana

Von Ghana trennen uns nur neun Stunden Flug, doch es erschließt sich uns eine ganz andere Welt. Frau Nadine Faber vom Verein Rising Lions informierte die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe des Karl-Ernst-Gymnasiums Amorbach über das Leben gleichaltriger Kinder in Ghana.

Mit einem gegenseitigen Briefaustauschprojekt möchte sie die unterschiedlichen Lebenswelten deutscher und afrikanischer Jugendlicher einander näher bringen. Mit im Gepäck hatte sie die Antwortschreiben der afrikanischen Jugendlichen auf die erste Briefrunde der KEGler.

Die Eindrücke vom afrikanischen Kindergarten und der dortigen Schule schockierten: Die Räume sind äußerst spärlich mit Möbeln versehen – es gibt ein paar wackelige Bänke und Tische, die deutschen Sicherheitsstandards in keiner Weise entsprechen würden. Die Kleinkinder, die einen Mittagsschlaf benötigen, legen sich einfach auf den Fußboden und schlafen. Armut zeigt sich auch in der Schulkleidung. Die gelbe Schuluniform ist eigentlich Pflicht – doch nicht jedes Kind kann sie sich leisten. So sind bereits rein optisch diese Kinder zu erkennen; viele leiden unter dem Gefühl des Ausgegrenztseins. Obwohl der Schulbesuch kostenlos ist, besuchen bei weitem nicht alle Kinder die Schule. Viele von ihnen müssen auf den Feldern arbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern. So verwundert es nicht, wenn sich 16-Jährige unter den „Erstklässlern“ befinden, denn die Klassenzusammenstellung erfolgt dort nicht nach dem Alter, sondern nach dem Wissensstand der Schüler

Beeindruckt waren die KEGler von der Begeisterungsfähigkeit der dortigen Schüler. Welch einen Stellenwert alleine ein Fußball hat oder ein Ausflug ans Meer, das sich nur eine Dreiviertelstunde entfernt befindet, doch das viele Kinder dort noch nie gesehen haben. Den Ausflug, neue Tische und neue Schuluniformen für die bedürftigsten Kinder ermöglichte der Verein Rising Lions, dessen Vorsitzende Nadine Faber ist. Sie selbst reiste vor einigen Wochen nach Ghana und überreichte unter anderem die Briefe der KEGler. Sie ließ die Amorbacher Schüler wissen, mit welch großer Freude die Briefe aus Deutschland entgegengenommen wurden: Unter großem Jubel wurden die Briefe sogar geküsst. Die Briefe aus Deutschland zeigen, dass es da Menschen „auf der anderen Seite des Globus“ gibt, die sich für uns interessieren. Auch bei uns in Deutschland wurden die Briefe aus Ghana mit Spannung erwartet und eifrigst werden wieder Antwortschreiben verfasst.

Alexandra Hörnig,KEG

 

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