Intensive Begegnung mit dem Judentum am KEG Amorbach

Amorbach/Frankfurt. Was ist ein Tora-Zeiger? Wie war das gleich noch einmal mit dem koscheren Essen? Und warum war Frankfurt ein so wichtiger Ort für das deutsche und sogar europäische Judentum?

Um diese und viele andere Fragen und Informationen zum Thema „Jüdisches Leben“ ging es für die 9. Jahrgangsstufe am Karl-Ernst-Gymnasium Amorbach.

Den Anfang machte eine besondere Zoomkonferenz mit der jüdischen Schriftstellerin Lea Fleischmann, die sich aus Jerusalem zuschaltete.

Sie führte in zentrale Begriffe des Judentums als Grundlage religiöser Lehre und Lebenspraxis ein und gab den Schülerinnen und Schülern einen lebendigen Einblick in ihren eigenen Alltag.

Ein Höhepunkt war ein von Frau Fleischmann gezeigter Videofilm über den Sabbat, in dem man sehen konnte, wie ihre eigene Familie die wöchentliche Ruhezeit traditionell feiert.

Im Anschluss nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit für eine Fragerunde, in der es unter anderem um die hebräische Sprache und wesentliche Unterschiede zwischen Judentum und Christentum ging.

Zwei Tage später ging es dann mit dem Bus nach Frankfurt, um das Thema „Jüdisches Leben in Deutschland“ zu vertiefen. Zunächst stand eine Führung im Jüdischen Museum auf dem Programm. Hier wurde den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht, wie bedeutend die jüdische Gemeinde in der Mainmetropole seit dem Mittelalter war und welche berühmten Persönlichkeiten ihr angehörten. Viele der Gegenstände, die in Lea Fleischmanns Vortrag angesprochen worden waren, konnten nun im Museum wiederentdeckt werden.

Nach der Mittagspause erkundete die Gruppe dann das Museum Judengasse, in dessen Mittelpunkt die archäologischen Überreste von fünf Häusern stehen.

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren hier, dass diese schmale Gasse, ein Ghetto entlang der alten Frankfurter Stadtmauer, einst zu den wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Europa zählte.

Der Besichtigungstag in Frankfurt endete an der Gedenkstätte Börneplatz, die an die Vernichtung der jüdischen Gemeinde und die Opfer der Schoa erinnert.

Diese Tage der Begegnung mit dem Judentum wurden durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Sparkasse Aschaffenburg-Miltenberg und der Joachim & Susanne Schulz Stiftung möglich. Herzlichen Dank dafür.

Heidi Erbacher und Sabine Steinöl