Die Welt zu Gast am KEG
Frei nach Andy Möller: Machu Picchu oder Madrid – Hauptsache Spanisch
Amorbach. Am 11. Februar wurde das KEG zu einem Ort gelebter Internationalität: Im Rahmen des Projekts „Europa macht Schule“ begrüßten die Spanischschülerinnen und -schüler der 8. und 10. Jahrgangsstufe zwei besondere Gäste: Claudia aus Peru und Stephanie aus Spanien. Nach drei digitalen Begegnungen mit Würzburger Studierenden in den vergangenen Jahren war es endlich wieder möglich, direkt miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsam zu lachen, zu lernen und zu erleben.
Claudia entführte die Klassen in ihre peruanische Heimat und stellte die vielfältige Geographie ihres Landes vor – von den Anden über Machu Picchu bis in den dichten Regenwald. Neben berühmten Sehenswürdigkeiten ging es auch um Flora und Fauna, um Traditionen, indigene Sprachen wie Quechua, farbenfrohe Feste und die landestypische Küche.
Ein Bild sorgte dabei für besonderes Staunen: Mitten im peruanischen Urwald prangt auf einem Schild der Schriftzug „Herzlich willkommen“. Die überraschende Auflösung: Vor über 100 Jahren wurde dieser Ort von deutschen und österrei-
chischen Auswanderern gegründet. Die Häuser erinnern an den Schwarzwald oder den Alpenraum, es gibt ein Oktoberfest und sogar süddeutsche Spezialitäten – wenn auch in leicht abgewandelter Form. Statt Apfel- kommt Bananenstrudel auf den Tisch, zum Schweinebraten werden Maniok statt Klöße serviert. Und es wird Bier gebraut. Ein anschauliches Beispiel für die Begegnung und gegenseitige Bereicherung von Kulturen. Im Anschluss konnten die Schüler ihr neu erworbenes Wissen bei einem Onlinespiel unter Beweis stellen.
Stephanie widmete sich der spanischen Kunst. Sie stellte ausgewählte Künstler und Stilrichtungen vor und motivierte die Jugendlichen, selbst kreativ zu werden.
Es entstanden kleine eigene Kunstwerke. Im direkten Austausch mit Claudia und Stephanie nutzten die Schüler die Gelegenheit, ihre Spanischkenntnisse praktisch anzuwenden, und stellten dabei fest, dass sie sich schon erstaunlich gut verständigen können.
Nach der Pause wartete eine kulinarische Überraschung: Ein typisch peruanisches Gericht zum Probieren. Zum Abschluss standen Spiele auf dem Programm und schließlich wurde gemeinsam zur „Macarena“ getanzt – ein fröhlicher Ausklang eines rundum gelungenen Projekttages.
Claudia und Stephanie, die beide im Bereich Medizin bzw. Biologie studieren, betonten, wie wichtig fundierte Sprachkenntnisse in unserer globalisierten Welt sind, auch und gerade im MINT-Bereich. Sie zeigten, dass naturwissenschaftliche Interessen und Fremdsprachen sich ideal ergänzen. Der Besuch war eine große Bereicherung für die Schulgemeinschaft. Er hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern Horizonte erweitert, Neugier geweckt und Mut gemacht, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
Wir bedanken uns herzlich bei den beiden für ihr Engagement, ihre Offenheit und ihre inspirierenden Einblicke – und wünschen ihnen für die anstehenden Klausuren alles Gute!
Marcus Dürschinger
Die Schülerinnen und Schüler tauchen in fremde Länder und Kulturen ein.


