Interkulturelle Begegnung am KEG: Austausch mit Argentinien

Amorbach. Im Zuge des Schüleraustauschs mit einer Schule in Buenos Aires, Argentinien, welcher am Karl-Ernst-Gymnasium Amorbach regelmäßig stattfindet, haben die beiden Austauschschüler ihren deutschen Mitschülerinnen und Mitschülern ausführlich ihr Land und ihre Kultur vorgestellt. Passend ausgestattet mit einer anschaulichen Power-Point-Präsentation erzählten sie mehreren Klassen des KEG auf Deutsch und teils auch auf Spanisch viele wissenswerte Dinge über Argentinien und sprachen über ihre Erfahrungen hier in Deutschland.

Zu Beginn der Präsentation gaben die beiden Argentinier den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über die Geschichte von Argentinien und Buenos Aires. Dabei gingen sie stark auf die Kolonialgeschichte des Landes und die Kulturen ein, welche zu dieser Zeit das Land geprägt hatten. Besonders bekannt unter diesen sind die Inka für das Imperium, das vom 13. bis 16. Jahrhundert bestand. Außerdem wurden weitere, hier weniger bekannte Kulturen, wie beispielsweise die Mapuches, den Schülern nähergebracht.

Mit viel Enthusiasmus sprachen die beiden auch über das Essen aus ihrem Land. Sie stellten viele traditionelle Gerichte vor, wie zum Beispiel Empanadas (gefüllte Teigtaschen), Milanesas (ähnlich zu Schnitzel, jedoch mit Tomatensoße und Käse darauf) oder Dulce de Leche (karamellisierte Milch). Zur Veranschaulichung brachten sie auch etwas mit: Der Maté-Tee ist ein traditionell südamerikanisches Getränk, zusammengesetzt aus Kräutern und heißem Wasser, welches kontinuierlich über die Kräuter gegossen wird.

Darüber hinaus wurden auch einige Feste thematisiert, welche auch in Deutschland nicht unbekannt sind. Beispielsweise erzählten sie vom Carnaval, welcher nicht allzu weit vom hierzulande gefeierten Fasching entfernt ist. Außerdem stellten sie einen Stadtteil von Buenos Aires vor, Belgrano, in dem auch eine Art Oktoberfest – oder auf Spanisch „Fiesta Nacional de la Cerveza“ (nationales Bierfest) – stattfindet.

Auch der Sport durfte nicht zu kurz kommen. Beliebte Sportarten in Argentinien sind beispielsweise Hockey, Rugby, Tennis und Fußball. Vor allem Fußball erfreut sich großer Beliebtheit, und viele Menschen eifern regelmäßig mit, wenn ihre Lieblingsfußballmann-
schaften ein Spiel bestreiten. Ein besonders bekannter Fußballspieler aus Argentinien ist Lionel Messi.

Schließlich erzählten die beiden noch von ihrer Heimatstadt, Buenos Aires. Mit 16 Millionen Einwohnern zählt Buenos Aires zu den größten Städten der Welt. Sie kann in mehrere Stadtviertel unterteilt werden. Diese sind beispielsweise San Telmo, San Isidro und Palermo. Ein Viertel sticht dabei besonders heraus: Puerto Madero. Dieses ist aufgrund seiner Bauweise besonders einzigartig. Es ist nicht wie die restlichen Viertel an Land, sondern auf einer menschengemachten Insel zwischen der Stadt und dem Hafen erbaut worden. Über die Viertel verteilt gibt es in der Stadt so viele Buchläden, dass sie sich den Spitznamen Hauptstadt der Literatur und Poesie verdiente. Tatsächlich sind es so viele, dass es für jede vierte Person in der Stadt einen Buchladen gibt. Das ist jedoch nicht die einzige Kuriosität, die die Stadt zu bieten hat. Sie wurde nämlich nicht nur einmal gegründet, sondern direkt zweimal. 1536 gründete Pedro de Mendoza die Siedlung „Puerto de Nuestra Señora Santa María del Buen Ayre“ (Hafen unserer lieben Frau Maria der guten Luft) auf dem Gebiet, das heute als San Telmo bekannt ist.  Juan de Garay gründete 1580 die Stadt erneut, diesmal unter dem Namen „Ciudad de la Santísima Trinidad y Puerto Santa María de los Buenos Aires“ (Stadt der Heiligen Dreifaltigkeit und Hafen der Heiligen Maria der guten Lüfte).

Durch diesen tollen Vortag der beiden Argentinier haben die Schülerinnen und Schüler des KEG viel über dieses eindrucksvolle Land gelernt. Sicherlich wurden auch einige Schülerinnen und Schüler dazu motiviert, selbst an dem Austausch teilzunehmen.

Lea Herrmann