Latein-Exkursion des KEG Amorbach: Eine Reise nach Pompeji – mitten in Frankfurt
„Historia est testis temporum.“ – „Die Geschichte ist Zeugin der Zeiten.“
Amorbach. Ganz im Sinne dieses berühmten Cicero-Zitats machten sich die Lateinschülerinnen und -schüler der 10. Klasse sowie der Q12 des Karl-Ernst-Gymnasiums Amorbach am 18. Dezember 2025 auf den Weg, um die Antike nicht nur im Unterricht, sondern hautnah zu erleben. Ziel der Exkursion war die Pompeji-Ausstellung in Frankfurt, die den Jugendlichen einen eindrucksvollen Blick in das Leben der Menschen zum Zeitpunkt des verheerenden Vesuvausbruchs im Jahr 79 n. Chr. ermöglichte.
Bereits die gemeinsame Bahnfahrt nach Frankfurt sorgte für Vorfreude – und besonders die Zehntklässler waren gespannt. Sie hatten erst kurz zuvor im Unterricht die berühmten Briefe des Plinius über den Vesuvausbruch übersetzt. Die Schilderungen des jungen Augenzeugen – vom Ascheregen bis zur Panik der Bevölkerung – waren ihnen noch genau im Gedächtnis. Umso faszinierender war es, die Inhalte der Texte nun in der Ausstellung wiederzufinden und mit realen Funden, Bildern und Darstellungen zu verknüpfen. Die antiken Worte bekamen plötzlich Gesichter, Formen und Farben.
In der Ausstellung selbst beeindruckten vor allem die Gipsabgüsse der Vesuv-Opfer – detailgetreue Formen, die die Körperhaltungen der Menschen im Moment ihres Todes festhalten. Diese Exponate, den Originalen in Pompeji nachempfunden, hinterließen einen bleibenden Eindruck und machten die Tragödie von damals greifbar.
Neben diesen eindrucksvollen Zeugnissen der Katastrophe bot die Ausstellung zahlreiche Informationstafeln zum Alltagsleben in der römischen Antike. Alltagsgegenstände wie Werkzeuge, Schmuck oder Büsten ließen die antike Stadt lebendig werden und zeigten, wie vielfältig das Leben der Pompejaner gewesen sein muss.
An einer Steintafel mit Inschrift konnten die Schülerinnen und Schüler sogar ihr im Unterricht erworbenes Wissen direkt anwenden.
Ein besonderes Highlight bildeten die multimedialen Stationen der Ausstellung. Mit VR-Brillen erlebten die Jugendlichen einen Gladiatorenkampf sowie eine römische Militärparade aus nächster Nähe – ein immersives Erlebnis, das die Welt der Arena und des römischen Heeres eindrucksvoll veranschaulichte. Den Abschluss bildete eine 360°-Beamer-Show, die den Ausbruch des Vesuvs aus der Perspektive der damaligen Bewohner zeigte. Die Kombination aus visuellen Effekten, Geräuschkulisse und historischen Informationen vermittelte ein intensives Gefühl dafür, wie plötzlich und überwältigend die Katastrophe über Pompeji hereinbrach.
Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Lateinunterricht sein kann, wenn er über das Klassenzimmer hinausgeht.
Die Schülerinnen und Schüler kehrten nicht nur mit neuem Wissen, sondern auch mit einem tieferen Verständnis für die antike Welt zurück – und mit der Erkenntnis, dass Geschichte weit mehr ist als trockene Theorie. Sie ist ein Fenster in das Leben vergangener Zeiten, das uns bis heute etwas zu sagen hat.
Jonas Weber






