Lernen fürs Leben am KEG: Wie ein Schulwettbewerb Verantwortung weckt
Amorbach. Was müssen Schülerinnen und Schüler heute lernen, um in einer komplexer werdenden Welt bestehen zu können? Neben den unverzichtbaren Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen rücken zunehmend sogenannte „weiche Kompetenzen“ in den Fokus. Teamfähigkeit, Kreativität, Kritikfähigkeit und Resilienz gelten als Schlüsselqualifikationen der Zukunft. Doch ihre Vermittlung stellt Schulen vor besondere Herausforderungen: Im klassischen Unterricht lassen sich diese Fähigkeiten nur begrenzt einüben.
Gefragt sind Lernräume, die über reine Wissensvermittlung hinausgehen – Projekte, die Eigeninitiative ermöglichen, Zeit zum Ausprobieren lassen und auch das Scheitern zulassen. In einer von Leistungsdruck und messbaren Ergebnissen geprägten Bildungslandschaft ist das keine Selbstverständlichkeit. Gerade diese offenen Formate jedoch fördern Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein nachhaltig.
Am Karl-Ernst-Gymnasium setzt der Arbeitskreis „Umwelt- und Klimaschule“ genau hier an. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern praxisnahe Erfahrungen zu ermöglichen und sie aktiv in Gestaltungsprozesse einzubinden. „Einfach mal machen lassen“ lautet das Credo – mit sichtbarem Erfolg, wie die beteiligten Lehrkräfte betonen.
Bereits zum dritten Mal fand ein schulinterner Umweltwettbewerb für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 statt. Die Klassen waren aufgefordert, in der Heizperiode von November bis April ihre Klassenzimmer möglichst ressourcenschonend zu organisieren. Neben richtigem Lüften und energiesparendem Verhalten spielte auch die konsequente Mülltrennung eine zentrale Rolle. Den Abschluss bildete die CO₂-Challenge während der Fastenzeit: Zwischen Fasching und Ostern sollten die Klassen eigene Projekte im Klima- und Umweltschutz entwickeln und diese eigenständig umsetzen.
Anschließend wurden die besten Ideen prämiert. Besonders überzeugten hier die unteren Jahrgangsstufen. Den ersten Platz sicherte sich die Klasse 5a mit einer plastikfreien Brotbox-Initiative und Konzepten für einen CO₂-armen Schulweg. Die Klasse 6b belegte den zweiten Platz – nicht zuletzt durch ihr Engagement bei der landkreisweiten Flursäuberungsaktion „Wir räumen unseren Landkreis auf“. Bereits im März hatten die Schülerinnen und Schüler gut gelaunt und bei bestem Wetter den gesamten Schulcampus tatkräftig und mit viel Engagement von Abfällen befreit.
Über den konkreten Beitrag zum Umweltschutz hinaus liegt der eigentliche Wert solcher Projekte in ihrer Wirkung auf die Beteiligten:
Die Erfahrung, mit eigenem Handeln etwas bewirken zu können, stärkt Motivation und Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, das weit über den Unterricht hinausreicht – und das in dieser Form im regulären Schulalltag kaum zu erreichen wäre.
Siehe auch:
https://www.klimaschule.bayern.de
https://www.lbv.de/umweltbildung/fuer-schulen/umweltschule-in-europa/
Heike Balling
Bildrechte: Heike Balling


