Elftklässler des KEG besuchen Mainfrankentheater Würzburg
Amorbach/Würzburg. Die elften Klassen des Karl-Ernst-Gymnasiums Amorbach unternahmen kürzlich eine Theaterfahrt nach Würzburg, um im Mainfrankentheater die Bühnenfassung von
„Das schweigende Klassenzimmer“ zu sehen.
Unterstützt wurde der Theaterbesuch dankenswerterweise von der Joachim und Susanne Schulz Stiftung, die die Kosten für die Busfahrt übernahm.
Das Theaterstück basiert auf der wahren Geschichte einer Abiturklasse aus der DDR, die 1956 während des Ungarnaufstands aus Solidarität eine Schweigeminute einlegte – eine Geste, die für die Jugendlichen weitreichende politische Konsequenzen nach sich zog. Die Inszenierung des Mainfrankentheaters rückte besonders die innere Zerrissenheit der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt: zwischen Loyalität, Angst und dem Wunsch nach Freiheit. Auffällig war dabei der ungewöhnliche Einsatz von Requisiten und Bühnen-
technik. So wurden neben originalen Bildaufnahmen der Schulklasse und beteiligter Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit auch immer wieder Ausschnitte aus den Stasi-Akten gezeigt.
Alte Overheadprojektoren sorgten für eine eindrückliche Beleuchtung und schufen gemeinsam mit anderen zeitgenössischen Gegenständen wie beispielsweise einer alten Schreibmaschine oder einem DDR-Radio eine fast nostalgische Atmosphäre. Beeindruckt zeigten sich die Jugendlichen auch von der symbolischen Verwen-
dung von Laubbläsern, die aufwirbelnde Blätter als Sinnbild für Unruhe, Veränderung und Kontrollverlust durch den Raum tanzen ließen.
Besonders eindrucksvoll wirkte auf die mitgereisten Schülerinnen und Schüler die Inszenierung der Schweigeminute.
Die Darstellerinnen und Darsteller, die die Jugendlichen verkörperten, mischten sich hierfür ins Publikum und nahmen Platz zwischen den Zuschauerinnen und Zuschauern. Ihr Lehrer blieb währenddessen allein auf der Bühne und wandte sich direkt an das Publikum, das für diesen Moment zur „Klasse“ wurde. Durch diese ungewöhnliche und sehr unmittelbare Spielweise entstand eine zunehmend drückende Spannung im Saal. Die hervorragende schauspielerische Leistung des Lehrerdarstellers verstärkte das Gefühl eines unausweichlichen Konflikts. Viele im Publikum gaben später an, die innere Enge und die wachsende Bedrohung während der Schweigeminute beinahe körperlich nachempfunden zu haben.
Die Schülerinnen und Schüler des KEG lobten die packende und moderne Umsetzung des historischen Stoffes, die den Nerv der jungen Zuschauer traf. Mit vielen Denkanstößen über Zivilcourage, politisches Handeln und moralische Verantwortung kehrten die Schülerinnen und Schüler nach diesem besonderen Erlebnis nach Amorbach zurück.
Presseteam KEG
Schülerinnen und Schüler des KEG
warten gespannt auf den Beginn des Theaterstücks.


