Suchtprävention neu gedacht: SMAT-Projekttag am KEG
Schule ist mehr als nur ein Lernort – sie ist ein Lebensraum, in dem Jugendliche wichtige Weichen für ihre Zukunft stellen.
Am Karl-Ernst-Gymnasium wurde dies eindrucksvoll beim SMAT-Projekttag sichtbar, bei dem vier Schülerinnen der achten Klassen selbst zu Suchtpräventions-Expertinnen wurden. Anders als bei herkömmlichen Präventionsangeboten übernahmen sie die Rolle der Lehrenden und
brachten ihren Mitschülerinnen und Mitschülern auf Augenhöhe die Risiken von Alkohol- und Tabakkonsum näher.
Im Vorfeld wurden sie von ihren Klassen als Multiplikatorinnen ausgewählt und in einem dreitägigen Workshop im Schullandheim Hobbach
durch Birgit Englert von der Suchtpräventionsstelle des Landratsamtes intensiv geschult. Ziel war es, eigenverantwortlich einen Projekttag zu
planen und durchzuführen, der nicht nur informiert, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Der Projekttag war geprägt von interaktiven Elementen: Die „Rauschbrillen“ simulierten die Wahrnehmungsverzerrungen unter Alkoholeinfluss
und ließen die Jugendlichen erleben, wie koordinative Aufgaben plötzlich zur Herausforderung wurden. Die bedenklichen Inhaltsstoffe von Vapes verdeutlichte ein Experiment auf eindrucksvolle Weise. Ergänzt wurden diese Erfahrungen durch Gesprächsrunden, in denen Beweggründe für Suchtverhalten und die manipulativen Strategien der Werbung kritisch hinterfragt wurden.
Die Resonanz war durchweg positiv: Die Schülerinnen und Schüler berichteten, dass sie nun bewusster mit dem Thema umgehen und ihre Motivation gestärkt wurde, verantwortungsvoll zu handeln. Die Peer-to-Peer-Methode zeigte sich als besonders wirkungsvoll, denn die Botschaften kamen von Gleichaltrigen, die ähnliche Erfahrungen und Sichtweisen teilen.
Ein herzlicher Dank gilt den sehr engagierten und kompetenten Multiplikatorinnen Emma Deuchert und Emma Grimm (8a) sowie Inka Kuhn und Annika Schäfer (8b), die mit viel Kreativität und Einsatz diesen Projekttag ermöglichten. Die Suchtpräventionsstelle des Landratsamtes betont,
dass gerade solche Projekte die Präventionsarbeit nachhaltig stärken und Jugendlichen helfen, selbstbestimmt gesunde Entscheidungen zu treffen.
Der SMAT-Projekttag am Karl-Ernst-Gymnasium ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Prävention lebendig wird, wenn Jugendliche Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig stärken – ein Modell, das hoffentlich viele Nachahmer findet.
Silvia Fleckenstein, AK Prävention
Bild 1: Die Schülerinnen und Schüler reflektieren gemeinsam: Wie wirkt sich Alkohol auf die Stimmung aus?
Bild 2: Die Schülerinnen und Schüler experimentieren: Was passiert beim Vapen in der Lunge?
Bild 3: Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Frage, welche Organe durch Alkohol geschädigt werden.
Bildrechte: Silvia Fleckenstein




