Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger – das KEG besucht das Theaterstück „High“

Amorbach/Miltenberg. Zum Lernbereich „Suchtgefahren und Gesundheit“ unternahmen Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe des Karl-Ernst-Gymnasiums Amorbach etwas Besonderes. Sie besuchten das Theaterstück „High“ des Theaterhaus Ensembles Frankfurt. Organisiert und ermöglicht wurde die Veranstaltung von Birgit Englert und Amelie Kunkel von der Suchtpräventionsstelle des Landratsamtes Miltenberg.
Die Aufführung fand am Montag, den 19.01.2026, in der Pausenhalle der Realschule in Miltenberg statt. Mit dem Zug ging es nach der dritten Unterrichtsstunde dorthin. Die Inszenierung beschäftigt sich mit Konsum, Missbrauch und dem gesellschaftlichen Umgang mit Medikamenten, insbesondere mit dem Schmerz- und Beruhigungsmittelkonsum von jungen Menschen.

Zu Beginn der Darbietung stellten sich der Schauspieler Jonathan, 21, und die Schauspielerin Sanne, 59, dem Publikum vor.
Das folgende Theaterstück, eine Mischung aus Schauspiel, Tanz und Musik, sei ihre Geschichte. Die Zuschauer erfuhren von Jonathans „Drogenkarriere“, die mit 13 begann und mit 19 in eine sechsmonatige Therapie mündete. Der dazu dargestellte Dialog zwischen Mutter und Sohn illustrierte die Folgen von Jonathans Suchtverhalten für die Schülerinnen und Schüler in wohl kaum übertreffbarer Anschaulichkeit. Abwechselnd konnte man so die Perspektive von Sohn und Mutter einnehmen. Mitreißend war vor allem ihre zeitweise völlige Machtlosigkeit.

Im Gespräch mit den beiden im Anschluss an das Stück folgte dann der wohl ergreifendste Moment: Alles Gezeigte war nicht gespielt, sondern die echte Geschichte von Jonathan und seiner Mutter Sanne. Ihre wichtigsten Appelle in diesem Gesprächsmoment bleiben sicher haften: Sei dir darüber im Klaren, dass jeder süchtig werden kann, und achte auch bei anderen auf Warnsignale!

AG Prävention KEG

Mutter Sanne und Sohn Jonathan in einer Szene des Theaterstücks „High“. Bildrechte: Silvia Fleckenstein

Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger –
das KEG besucht das Theaterstück „High“