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Wissenschaftswoche am Karl-Ernst-Gymnasium Amorbach

Amorbach. Eine Woche lang tauschten die Elftklässler am KEG den gewohnten Unterricht gegen selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten. In ihren Leitfächern entwickelten sie Fragestellungen und präsentierten Ergebnisse in Form von Vorträgen, Talkshows oder digitalen Formaten. Die Wissenschaftswoche bot Raum für Eigenverantwortung, Teamarbeit und kreatives Denken.

Unter dem Rahmenthema „Reisen“ entstanden vielfältige Projekte. Im Fach Deutsch untersuchte eine Gruppe im Roman „Tschick“ die Figurenentwicklung während des Roadtrips und produzierte einen Podcast, während eine andere ein Interviewformat zum Film „Jenseits der blauen Grenze“ entwickelte. Im Fach Spanisch wurden Pilgerreisen der drei Weltreligionen historisch eingeordnet. In der Biologie erforschten Schülergruppen zum Thema „Gesund auf Reisen“ etwa, wie Elektrolytlösungen bei Magen-Darm-Erkrankungen auf den Wasserhaushalt von Zellen wirken oder wie effektiv Sonnencremes und Textilien vor UV-Strahlung schützen. Die Gruppe Mathematik untersuchte, ob es bei Läufen oder Wanderungen eine energetisch optimale Geschwindigkeit gibt.

Im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich analysierten Schülerinnen und Schüler nachhaltigen Sporttourismus anhand internationaler Großereignisse. Andere Projekte verbanden historische Forschung mit digitaler Kompetenz: So entwickelten Schüler KI-gestützte Chatbots, die Persönlichkeiten wie Franz Kafka oder Marie Antoinette simulierten. Dabei reflektierten sie Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz beim wissenschaftlichen Arbeiten. Im Fach Physik widmete sich ein Projekt den Grundlagen der Fortbewegung zu Land, zu Wasser und in der Luft. Unterschiedliche Antriebssysteme wurden untersucht und Zukunftsvisionen in Form einer moderierten Talkshow diskutiert.

Im englischsprachigen Projekt „Miles to Myself – Travelling as Transformation“ inszenierten die Jugendlichen anhand des Films „Wild“ eine Talkshow zu der Frage, wie Alleinreisen persönliche Entwicklungsprozesse auslösen kann. Im bilingualen Geographieunterricht entstand eine moderierte Sendung unter dem Titel „A virtual field trip around the world“, die verschiedene Regionen der Erde digital bereiste.

Politische Symbolik auf Reisen analysierte das Fach Politik und Gesellschaft ausgehend vom Kniefall Willy Brandts in Warschau. Darauf aufbauend wurden weitere politische Bildmomente, etwa Begegnungen von Angela Merkel mit Barack Obama und Donald Trump sowie ein Treffen von Olaf Scholz mit Putin kurz vor Beginn des Ukrainekriegs, im Hinblick auf Bildkomposition, Symbolik, mediale Wirkung und politische Einordnung untersucht.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler fielen positiv aus. Es sei wertvoll, über längere Zeit an einem Projekt zu arbeiten, eigene Stärken einzubringen und Verantwortung im Team zu übernehmen. Damit war die Wissenschaftswoche nicht nur eine Abwechslung vom Alltag, sondern ein Beispiel dafür, wie Schule junge Menschen zu eigenständigem Denken, Forschen und Gestalten befähigen kann.

Nicola Preuß

Die Wissenschaftswoche bietet Raum für eigene praktische Forschungen. (Bildrechte: Heidi Erbacher)
Zwei Schülerinnen präsentieren ihren selbstentwickelten Podcast "Zwischen den Zeilen". (Bildrechte: Leonard Voggenreiter)
Im Austausch miteinander entwickeln die Schüler ihre wissenschaftlichen Produkte. (Bildrechte: Heidi Erbacher)
Die Schüler arbeiten im Team an ihren Projekten. (Bildrechte: Heidi Erbacher)

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