Zu Besuch in „Pompeji am Main“

Lateinschüler/innen der 11. Jahrgangsstufe des Karl-Ernst-Gymnasiums informierten sich in Obernburg über die Römer am Untermain.

Im Rahmen des W-Seminars „Die Römer bei uns“ besuchten Schüler der Q11 des Amorbacher Gymnasiums die Römerstadt Obernburg. Eric Erfurth, Kreisheimatpfleger und Leiter des Römermuseums, nahm die Schüler zunächst mit auf einen spannenden Rundgang durch die Innenstadt. Dabei zeigte er ihnen den Verlauf des Kastells und die Fundorte zahlreicher „Schätze“ aus der Römerzeit. Unter anderem konnten die Schüler sehen, wo die berühmte Benefiziarierstation ausgegraben wurde. Die Bezeichnung „Pompeij am Main“ verdankt Obernburg der Tatsache, dass sich römische Spuren dank einer Lehmschicht, die wie die Ascheschicht in Pompeij alles Römische konservierte, so gut erhalten haben. „Immer, wenn man in Obernburg ein Loch gräbt“, so Erfurth, „stößt man auf etwas Römisches.“ Inschriften, wie sie sogar mitten in der Stadt (verbaut in einem Haus aus dem 16. Jahrhundert) zu finden sind, lassen die Geschichte durch konkrete Personen wie den Präfekten Lucius Petronius Florentinus aus Algerien wieder lebendig werden und belegen auch, dass damals ein Gemisch aus vielen Kulturen und Völkern in Obernburg siedelte.

Während der Exkursion erhielten die Schüler auch immer wieder Tipps von Fachmann Erfurth, welche Themen sich für die sog. W- Seminararbeit eignen könnten. Das wissenschaftspropädeutische Seminar, kurz W-Seminar, soll Gymnasiasten auf ein Universitätsstudium vorbereiten. Am Ende steht eine Seminararbeit an, die die Schüler über die Römer schreiben werden.

Im Römermuseum konnten die Schüler schließlich einen Teil der römischen Vergangenheit Obernburgs bestaunen. Leider sind dort nur ca. 20 % aller Funde ausgestellt, der Rest lagert in der Archäologischen Staatssammlung in München. So bleibt zu hoffen, dass es der Stadt Obernburg vielleicht doch noch gelingen wird, das vor einigen Jahren geplante größere Römermuseum zu errichten, um mehr dieser einzigartigen Funde am UNESCO-Weltkulturerbe Limes in moderner und ansprechender Form einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Sabine Secchi-Hey

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